Erfahrungsbericht PEP

Der "Fall Pep"

Pep und sein Frauchen kamen im Zuge meiner Abschlussprüfung zum Hundepsychologen zu mir. Pep, ein Labradorrüde, war damals 1,5 Jahre alt und litt bereits an Diabetes. 

 

Auszug aus dem Anamnesegespräch:

 

  • hochgradig gestresst, immer auf 180
  • wird als ADHSler bezeichnet
  • kann nicht warten
  • trinkt extrem viel (4 Ltr. pro Tag) und kann seinen Urin nicht halten
  • kann nicht mit in eine Wirtschaft o.ä. genommen werden, weil er permanent unruhig ist, in die Leine beisst, daran zerrt, am Stuhlbein nagt, bellt, usw...
  • der Besitzer möchte ihn gerne mit zum Angeln nehmen was nicht möglich ist, das er ständig dem Köder hinterher hetzt
  • wenn die Kinder im Haus sind ist Pep "out of order"
  • wenn der Besitzer nach Hause kommt springt Pep auf ihn drauf, beisst ihn und zerrt an den Klamotten. Er hört damit auch nicht auf, wenn er z.B. weggeschubst wird o.ä.
  • er kommt nie zur Ruhe und zerstört Dinge in der Wohnung (Schuhe, Kleidung, kratzt Putz von den Wänden
  • Erhält Tabletten gegen die Diabetes (diese hat er nachweislich, seit er in einer Urlaubsbetreuung täglich 4 h Ballwurfspiele gespielt hat)
  • Perspektivis soll ein zweiter Hund her (bevorzugt ein Rottweiler) aber solange Pep so "unerzogen" ist funktioniert das nicht
  • Pep läuft fast immer ohne Leine weil er an der Leine extrem zieht
  • Er darf über Distanzen zu anderen Hunden rennen und hört nicht bzw. ist nicht abrufbar 
  • Um ihn auszupowern gab es stundenlange Spaziergänge oder Ballwurfspiele. Hingegen der Erwartung war Pep danach allerdings nicht ruhiger sondern wesentlich aufgedrehter
  • Er hat ständig Durchfall (was auf den Futterwechsel geschoben wird)
  • Er kann schlecht allein bleiben

 

Auszug aus dem Ergebnisbericht der Abschlussprüfung:

 

  • Pep kann in eine Wirtschaft mitgenommen werden. Er kommt dort zur Ruhe und legt sich ab. Als "Hilfsmittel" wird idealerweise die Decke mitgenommen. Aber auch eine Jacke o.ä. helfen
  • Der Rüde ist beim Spaziergang wesentlich entspannter und weniger aufgeregt
  • Er schläft mehr und schaltet schneller und vor allem öfter ab - auch das Alleinbleiben über mehrere Stunden funktioniert
  • Das Kommando "schau mal" funktioniert auch unter Ablenkung sehr gut - das Kommando "zu mir" wurde nicht weiter aufgebaut, da die Besitzerin keinen Mehrwert darin sieht (was absolut legitim und ok ist)
  • Die Spaziergänge sind für alle Beteiligten wesentlich harmonischer und mit weniger "Ärger" verbunden
  • Der Rüde trinkt deutlich weniger Wasser und hat auch wieder normalen Stuhlgang
  • "Auf den Platz" funktioniert sehr gut, inzwischen auch mit Ablenkung. Auch das Verweilen und "warten" klappt

 

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