Mein Weg mit Catrin (Rüde Winni und Besitzerin)

Mein Weg mit Catrin
Kurz zur Erklärung um was es bei mir, bessergesagt, meinem treuen Begleiter, Winnie, einem 7 jährigen
Labbi, überhaupt geht. Mein Bub hat binnen 2 Jahren erst sein Frauchen (meine Mama) und dann seine lebenslängliche Begleiterin (meine Boxerhündin, Bailey, 10 1/2 Jahre alt geworden) verloren.


Und dann hatte ich hier einen Hund, der plötzlich schrecklich jaulte und bellte, wenn er alleine bleiben musste. Er machte nie etwas kaputt oder randalierte, er weinte einfach nur, egal ob ich 15 Minuten oder 2 Stunden weg war. Vorher mit Zweithund waren mehrere Stunden überhauptkein Problem. Leider muss
ich wie viele andere auch arbeiten und kann nicht einfach zu Hause bei meinem Hund bleiben. Fiel natürlich alles mitten in die Corona Ausgangsbeschränkung und ich hatte hier ganz schön die ****** am dampfen.


Durch Zufall wurde Catrin auf einen Hilferuf auf uns aufmerksam und bot uns ihre Hilfe an. So bald es also möglich war, trafen wir uns draußen, damit Catrin sich ein Bild von uns machen konnte. Viele Gespräche später war klar, wir haben hier nicht nur das Problem des "alleinebleibens", Winnie ist ein
sogenannter Pattexhund, heißt ein Hund der einen 24/7 am Bein klebt und sich keine 5 Minuten alleine beschäftigen kann. Ja er geht auch mit mir auf Toilette ;). Ein Hund der nicht entspannen kann, da er stets damit beschäftigt ist, aufzupassen, dass ich nicht den Raum verlasse, weil er dann hinterher
müsste. Ein Hund der auch 6 Stunden am Stück mit mir spazieren geht und dann trotzdem nicht müde wirkt, weil er immer immer immer damit beschäftig ist darauf zu achten wohin ich gehe um mitzugehen.

 

Bevor ich Catrin kannte, dachte ich, ich laste den Hund falsch aus und machte noch mehr und noch mehr und nach 2 Stunden Gassi noch Ballspielen, weil der Hund ja scheinbar nicht müde ist und danach noch Gedächtnisspiele, weil der Hund immernoch nicht schlafen konnte. Aber er war müde, er hätte so gerne geschlafen, er konnte nur nicht. Ich vergleiche es gerne mit einem
völlig übermüdeten vierjährigen Kind, dem die Augen eigentlich im stehen zufallen, das aber immernoch quängelt, weil es keine Ruhe findet.
Also stand Catrin uns zur Seite, mit vielen Tips und eigenen Erfahrungsberichten. Hat mir verschiedene Varianten an die Hand gegeben, um Winnie zu zeigen, dass Ruhe auch etwas Schönes sein kann und dass er nichts verpasst, wenn er sich mal 5 Minuten nicht um mich kümmert. Und dann wurde das ganze zum Kampf, aber vorallem für mich!

 

Catrin hat mich gewarnt, dass es erst mal schlimmer werden kann, bevor es besser wird, aber dass es so schlimm wird dachte ich ehrlich nicht.
Wir haben also versucht die Vorschläge von Catrin umzusetzen (Kong, Entspannungstechniken, "richtige" Auslastung etc) und es hat ihn erst mal völlig aus der Bahn geworfen. Er stand minutenlang vor mir und
bellte mich hysterisch an, er spang mich an, er biss plötzlich einfach in den Busch, der neben ihm stand (das hat er tatsächlich noch nie zuvor gemacht) er protestierte laut stark und hatte keinen Bock auf meinen Mist, denn es hat ja jetzt sieben Jahre lang anders funktioniert (MENSCHLICHES VERSAGEN!!!
nicht dem Hund seine Schuld, macht euch das auf eurem Weg klar!)
Ich war an dem Punkt, dass ich weinend, an einer Zigarette nuckelnd auf meiner Terasse saß und alles hinschmeissen wollte, ich war soweit, dass ich mir überlegt habe, ob mein geliebter Winnie es nicht wo anders besser hätte - ich habe mich gehasst nur für diesen Gedanken! Und dann hatte Catrin Gott sei
Dank die passenden, aufbauenden Worte. Und ich verstand, dass 80% Ich das Problem bin, und das was ich bis jetzt getan habe, und Winnie 20% auf mich zukommen muss, damit wir dieses Weg gehen können.


Also gingen wir Schritt für Schritt weiter, 2 vor, 3 zurück... 2 vor, einen zurück. Und dann waren sie da, die kleine Erfolge...winzige Erfolge, aber sie waren da und es wurden mehr. Wir sind lange nicht am Ende unserer Reise miteianander angekommen und wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden
diesen Weg gehen, mit Catrin zusammen.


Wer Erfolge binnen Minuten erziehlen will, der sucht sich einen Hundetrainer/in, der mit Gewalt und Zwang arbeitet, der den Hund unterwirft und ihm sein Recht auf Leben und Liebe abspricht, der meint ein Hund muss gebrochen werden um zu funktionieren.


Für alle, die mit ihrem Hund liebevoll etwas erreichen möchte, die bereit sind auch an ihren fehlern zu arbeiten und harmonisch mit ihrem Hund leben möchten, denen rate ich sich Zeit zu nehmen und mit Catrin einen steinigen aber erfolgreichen Weg zu gehen.

 

Danke!!

 

Patricia und Winnie