Hilf mir es selbst zu tun - Maria Montessori
Hilf mir es selbst zu tun - Maria Montessori
"Hilf mir es selbst zu tun" Maria Montessori
"Hilf mir es selbst zu tun"Maria Montessori 

Geschichten aus dem Coaching

Dalmatinerrüde
 
Einer meiner Coachinghunde ist ein Dalmatiner. Die Besitzerin kann ihn leider kaum halten und hatte schon viele unschöne Erlebnisse mit ihm von denen Sie auch blaue Flecken und Verletzungen davongetragen hat. Er reagierte auf alles - Eichhörnchen, Skateboard, Auto, andere Hunde.... Sie war wirklich sehr verzweifelt was ich absolut verstehen konnte.
 
Sie kontaktierte mich und bat mich um Unterstützung. Der Hund ist ein ganz netter freundlicher Typ der mir, wie eigentlich alle meine Coachinghunde, sofort ans Herz gewachsen ist. Keiner lächelt so schön wie er ;)
 
Hingegen der Bitten meiner Kundin trainierten wir nicht in der Situation (also nicht dort wo sie täglich spazierengehen muss nämlich in der Ortschaft) sondern außerhalb. Auch wenn sie sich Anfangs mit Händen und Füßen gewehrt hat und immer darauf bestand im Ort zu üben (weil dort ja auch die Probleme auftreten) konnte ich sie motivieren die Spaziergänge in der Ortschaft auf ein Minimum zu reduzieren und den Fokus auf neue Wege zu richten. Auch hier, viel Management - aber sie hat es wirklich toll umgesetzt.
 
Coachingziele: Bindung aufbauen, Vertrauen stärken, Spaß haben, 2Dogs Begegnungstrainings usw...
 
Nach 4 Monaten Coaching (1 Anamnesegespräch und 5 Einzelstunden) bekam ich die Nachricht, dass die Besitzerin 9 Hundebegegnungen während eines Spaziergangs mit Bravour gemeistert hat und es seither keine "Vorfälle" mehr gab. Zufällig begegneten wir uns auch bei 2 Social Walks und ich konnte von der Ferne aus beobachten, wie souverän und selbstsicher sie mit ihrem Schatz den Spaziergang genießen konnte.
 
Ich bin immer immer immer wieder fasziniert, wie schnell sich Dinge ändern können und wie wichtig die Bindung und das Vertrauen für ein gutes Miteinander ist.
Tja, da gibt es also einen Hund im Coaching der "auf Menschen losgeht". Das heißt er geht in die Leine und springt die Menschen an während er dabei bellt. Schaut nicht sooo freundlich aus und klar, wenn der besagte Hund kein Wauzi ist sondern ein Schäferhund, rutscht einem schon mal das Herz in die Hose.
 
Da hört man dann als Halter schon auch mal Sprüche wie "boa ist der aggressiv" oder "geht doch mal in ne Hundeschule der muss mal wissen wo.. Hammer und so... hängen".
Nun, wenn man den Typen aber beobachtet und kennt ist er absolut schüchtern, will eigentlich nicht auffallen und ist keineswegs offensiv und auch überhaupt nicht aggressiv sondern sehr unsicher. Wenn er kann, meidet er Situationen die für ihn blöde sind also auch Menschenbegegnungen. Da macht er dann nämlich einen Bogen, wenn möglich, oder wendet wenigstens den Kopf ab. Der Hund ist ein Riesenbaby und total nett und freundlich.
 
Schaut man sich die Situation beim Spaziergang genau an (was unser Trainerjob ist, genau hinschauen!) dann sieht man einen Hund der Menschen überhaupt nicht beachtet. Bleiben die Menschen aber stehen und sprechen den Halter (und damit indirekt auch den Hund) an, geht er nach vorne. Seine Vergangenheit mit einbezogen ist das Verhalten nicht verwunderlich, Fehlverknüpfungen passieren schnell und sind leider nachhaltiger als man sich denkt (und wünscht!).
Wie sieht nun mein Training aus?
Sau langweilig -> Mal abgesehen, dass kein wirkliches Training stattfindet sondern ehr Management könnte man als Außenstehender denken "ja und wann gehts jetzt endlich los!?" Und selbst die Halter sagen dann oft zu mir "krass, wir dachten das dauert ewig und wir müssten da echt viel Arbeit reinstecken usw...".
Die Besitzerin antwortet den Spaziergängern, die sie ansprechen erst dann, wenn der Hund sitzt, also:
Spaziergänger: "Ach ist das ein schöner Hund"
Halter: "Mach Sitz"
Halter: "Ja ist er und so brav ?..."
Und damit hat sich das Thema erledigt. Der Hund geht nicht mehr voran, die Halterin ist entspannt und der Rüde... auch! In meinen Augen geht es hier um Verhalten welches sich verfestigt hat. Der Hund hat gelernt "passiert das reagiere ich so und die doofen Spaziergänger lassen mich in Ruhe". Und wir sagen ihm jetzt "passiert das, reagierst Du so" und die Halterin achtet darauf, dass der Hund sich sicher fühlt wodurch sie sich sicher fühlt...
Ziel ist also, dass er das Verhalten löscht und anstatt dessen das neue Verhalten (setzen) zeigt. Und die Besitzerin zeigt ihrem Hund "Mausezahn, hab alles im Griff, ich regel das".
 
Dieses Ziel erreichten wir nach 1 Anamnesegespräch und 3 Einzelstunden.
 
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© Glückliche Hundepfoten by Catrin Hendl