Interview mit Catrin

Sven P: Schön Catrin, dass Du Dir Zeit für ein kurzes Interview nimmst. Ziel ist es, den Interessenten Deiner Dienstleistungen kurz und knapp zu erläutern wer Du bist, was sie von Dir erwarten dürfen, welche Werte du vertrittst und natürlich auch, ob und wenn ja welche Schwächen Du hast :)

 

Catrin: (Lacht) ich bin schon sehr gespannt und freue mich Rede und Antwort zu stehen 

 

# Catrin, seit wann hast Du Hunde an Deiner Seite:

Seit inzwischen mehr als 25 Jahren begleiten mich Hunde auf meinem Weg.

 

# Wie hat denn alles angefangen? 

Mein Exfreund  und ich (ich war damals 14!) hatten damals 6 Huskies mit denen wir auch aktiven Schlittenhundesport betrieben haben. Wir hatten noch nicht mal einen Führerschein aber haben uns komplett allein um unsere Hunde gekümmert. Selbst als wir uns dann trennten schafften wir es die Hunde weiterhin zu versorgen und zu trainieren. Unsere Huskies wurden fast alle 16 bzw. 17 Jahre alt 

 

#Hast Du denn jetzt auch eigene Hunde? Wahrscheinlich schon, oder?

(Lacht) - ja klar, ohne Hund kann ich nicht leben. Wir haben drei Mischlinge. SAM, Liza und Zoe sowie 2 Katzen und 3 Hühner und einen Hahn

 

# Du hast ja sicher auch Hundeschulen mit deinen eigenen Hunden besucht - welche Erfahrungen konntest Du sammeln?

Mit meinen Huskies haben wir tatsächlich keine Schule besucht. Hier ging es ja um den Zughundesport. Aber mit unseren Hunden SAM und LIZA schon, ja. Leider fanden wir fast nur Hundeschulen bzw. Trainer die über Dominanz, Strenge und Bestrafung gearbeitet haben. Das hat wirklich dazu geführt, dass wir merklich keine glücklichen Hunde mehr hatten und das "Wir-Gefühl" total verloren gegangen ist. Das fanden wir ganz schlimm  - dachten aber, dass das so sein muss weil ein Trainer schon weiß was er da macht... Auch die Stimmung am Platz war meist sehr ernst, angespannt und man wurde leider nicht sehr herzlich empfangen. 

 

# warum hast Du Dich dafür entschieden im ersten Schritt Hundepsychologe und nicht Hundetrainer zu werden?

Gute Frage aber-... einfach zu beantworten. 

Ein Trainer trainiert mit dem Hund-Mensch-Team. Ein Psychologe geht die Ursache an. Bei der Flut an Trainern und den verantwortungsbewussten Hundebesitzern die regelmäßig in die Hundeschule gehen dürften wir ja garkeine "Problemfelle" mehr haben. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es schlimmer anstatt besser wird. Meine Herangehensweise ist anders - ich werde in die Tiefe gehen um herauszufinden, was die URSACHE des Problems ist. Und dann daran arbeiten.

 

# Kannst Du uns vielleicht ein Beispiel nennen?

Natürlich, total gerne.

Also, ich habe jemanden kennengelernt der einen Hund hat der angeblich total aggressiv ist. Hier muss man wissen, dass Aggressionen bei einem Hund grundsätzlich als normal anzusehen  und nicht pauschal schlimm sind.

 

Im Gespräch hat sich herausgestellt, dass der Hund schon mehrfach angegriffen und gebissen wurde. Er läuft immer an der Leine - die Hunde die zugepackt haben waren immer ohne Leine. Der Besitzer ging dann in eine Hundeschule in der ihm erklärt wurde, dass sein Hund unverhältnismäßig aggressiv sei und der mal "unterworfen werden muss". So wurde der Hund vom Trainer gepackt und auf den Boden gedrückt während alle anderen Hunde der Gruppe an ihm vorbei laufen mussten. Der Besitzer fand das schlimm aber vertraute dem Trainer - schlussendlich war seine Erklärung einleuchtend.

 

Das Verhalten des Hundes hat sich anschließend aber nicht verbessert sondern ganz stark verschlechtert. So arg, dass der Besitzer sich nicht mehr in die Hundeschule traut und auch zum Gassi wegfährt, damit er niemandem begegnet.Und dann stell ich mir die Frage ob das zielführend ist? Für den Hund, den Mensch und das Hund-Mensch Team auch.

 

# Oh je, das klingt ja ganz traurig und furchtbar - und was würde der Hundepsychologe an der Stelle machen?

Ein Hundepsycho (so nenn ich mich gern) ergründet die Ursache des Ganzen. In dem Fall liegt das doch auf der Hand. Der Hund hat so viel negative Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht, dass er überhaupt kein Vertrauen mehr hat. Weder in Hunde noch zu seinem Besitzer. Und uns Menschen würde es wohl nicht viel anders ergehen! Also müssen wir die Emotionen ändern. Der Hund muss einerseits wieder aufgebaut werden, also das Selbstvertrauen, er muss Kontakt zu anderen Hunden haben (kontrolliert und unter Berücksichtigung der Distanzen (z.B. Individualdistanz) und das Ganze Schritt für Schritt wieder neu aufbauen. Aber zunächst muss, wie gesagt, die Emotion, das Gefühl zu anderen Hunden geändert werden. Wir können auch nicht lernen wenn wir grade fast einen Autounfall hatten und unter u.a. Adrenalin stehen.

 

# Stimmt, das klingt schon sehr einleuchtend. Vor allem auch der Vergleich zu uns Menschen. Und Du deckst dann das Thema Hundetraining aber auch noch ab, richtig?

Ja, genau. Ich bin jetzt auch psychologische Hundetrainerin und Stresscoach für Hunde. Ist übrigens auch echt super spannend das Thema. Leider, leider sind heutzutage nicht nur die Menschen "gestresst" sondern tatsächlich auch unsere Hunde. Hier kann man wirklich toll unterstützen und Erfolge erzielen

 

# Na das klingt echt spannend. Was dürfen Deine Kunden (egal ob Zwei- oder Vierbeiner) denn von Dir erwarten?

Tja.... also (lacht und überlegt) - ich bin eine ehrliche Person die ungerne "Blümchen malt wo keine hingehören". Ich bin direkt aber gleichzeitig sehr einfühlsam. Mir ist eine positive Stimmung total wichtig. Es soll sich jeder wohl fühlen. Sowohl der Mensch als auch der Hund. Und es soll sich niemand für etwas schämen müssen. Ich kann für alles Verständnis aufbringen außer für Gewalt und Dominanz. Und da sind wir auch schon beim Thema. Bei mir gibt es ausschließlich gewaltfreies Training.  Das ist mir extrem wichtig und dazu stehe ich zu 100%.

 

Ansonsten bin ich als mobiler Hundepsycho und Trainer natürlich... mobil  und sehe mir die Herausforderungen live und vor Ort an. Ich arbeite mit Tagebuch - das heißt wir halten den Anfangszustand sowie alle Entwicklungen schriftlich fest. Das ist in meinen Augen enorm wichtig denn man vergisst oft wie "schlimm eine Situation war (oder empfungen wurde)" wenn sie sich gebessert hat. So kann man alles in Ruhe nachlesen. Ich bilde mich ja weiter, z.B. als Verhaltensberater und eben Stresscoach und so bin ich für meine Hund-Mensch-Teams breit aufgestellt um auf verschiedenen Ebenen helfen zu können.

 

# Abschließend - noch eine Frage: Was nervt Dich wirklich tierisch?

(Grins) Die Knoten in den Schleppleinen - die machen mich wirklich wahnsinnig aber ich schaffe es leider nicht keine Knoten zu haben. Nein im Ernst - nerven nicht aber traurig macht mich, wie wir mit unserem Partner Hund umgehen und welche gruseligen Trainingsmethoden noch auf dem Alltagsprogramm stehen und "gelehrt" werden. Grade unsere Hündin Zoe, die wir "gebraucht" übernommen haben hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt was es heißt, einen gestressten, völlig übermüdeten, falschverstandenen Hund zu haben der über Dominanz und mit Strenge erzogen wurde. Mein Vorteil für die meine Kunden ist, dass ich selbst mit so einem Hund 24 täglich zusammen bin und ich nicht nur der Coach bin sondern auch ein "Leidensgenosse" der weiß dass das was er sagt funktioniert :)